Konferenz "Zeit-Zonen"
Das Problem
Ein angemessener Umgang mit dem Faktor Zeit wurde in
den Arbeitsgruppen vor allem mit drei Argumentationslinien
problematisiert:
- Als Problem einer bewussten Entscheidung für eine bewusste
Zeitpolitik unter den Bedingungen der Globalisierung: Globalisierung als
Beschleunigung aller Veränderungsprozesse hat mit dem Wettbewerbsdruck
auch den Zeitdruck auf alle Akteure erhöht. Es hängt vom Selbstverständnis
der EZ ab, ob sie diesen Zeitdruck für unausweichlich hält und direkt an
die Partner weitergeben oder der Dynamik sogar noch voranlaufen will. Oder
ob sie es als ihre Aufgabe versteht, sich um eine humanverträgliche
Ausgestaltung des Globalisierungsprozesses zu bemühen. Dann muss
versuchen, sie die eigenen Abläufe mit dem je anderen Zeitrhythmus der
Betroffenen zu synchronisieren.
- Als Problem der Prozessplanung: Angestrebte Ziele von
Projekten und Programmen stehen in der EZ zu sehr im Vordergrund. Erst mit
der konkreten Planung und manchmal losgelöst von den Zielsetzungen wird der
Faktor Zeit thematisiert. Zeit muss von Anfang an eine stärkere Rolle
spielen – schon in der Zielsetzung und Instrumentenauswahl und
-entwicklung.
- Als Problem der eigenen Routine: Eine bewusste Reflexion
über eine sinnvolle Zeitgestaltung hält den Institutionen der EZ immer
auch einen Spiegel vor und stellt die eigene Routine in Frage. Zeit ist
nicht nur ein Problem in den Partnerländern oder im Umgang mit den
Partnern ist, sondern stellt unsere eigene Arbeitsweise sehr grundsätzlich
auf den Prüfstand stellt. Deshalb ist die Frage nach dem Faktor Zeit so
schwer zu stellen und vielleicht auch so unbeliebt.
weiter...
|