Konferenz "Zeit-Zonen"
Erfolgsdruck = Zeitdruck
Teilnehmer der Arbeitsgruppen stellten fest, dass es
richtig und wichtig sei, dass die EZ gegenüber den Geldgebern – Spendern
oder Steuerzahlern – rechenschaftspflichtig sei. Die konkrete
Ausgestaltung dieser Rechenschaftspflicht und ihre Folgen für die
Zeitgestaltung von Maßnahmen wurden jedoch scharf diskutiert. Probleme
sahen die Teilnehmer u.a.
- in immer kürzeren Berichts- und Evaluationszeiträumen, die
zur Überbetonung der kurzfristig messbaren Wirkungen führen, während
längerfristige Wirkungen aus dieser Logik heraus zu wenig berücksichtigt
werden – sogar bei längerfristig angelegten Projekten. Die Fragen „was
können wir vorweisen“ und „was können wir verkaufen“ ist zu wichtig
geworden.
- in einer übersteigerten Erwartungshaltung bei den Partnern
und bei den Geldgebern, die durch Politik, die kurzfristig Erfolge
verspricht, ausgelöst wird. Wird diese Suggestion von Machbarkeit nicht
eingelöst, kann das zum Verlust an Glaubwürdigkeit führen und der EZ
schaden. „Denn das Nichterreichen wird so interpretiert, dass die EZ es
nicht geschafft hat“, erklärt Prof. Dieter Biallas (IT).
- in einer event-orientierten EZ, die von vornherein solche
Ereignisse und Einsatzgebiete bevorzugt, die sich zur medienwirksamen
Inszenierung eignet.
Es fragt sich, ob die Übersteigerung der Kurzfristigkeit
durchbrochen werden kann, ohne die Rechenschaftspflicht der EZ in Frage zu
stellen.
weiter...
|